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Sag doch mal, Berlin!

Unsere neue Zuhörkampagne “Sag doch mal, Berlin!” richtet sich an alle, die spüren, wie schwierig echte Gespräche außerhalb der eigenen Bubble geworden sind. Unsere Gesellschaft ist heute sehr polarisert. Daher wollen wir mit der Kampagne das Zuhören ins Zentrum rücken – ruhig, respektvoll, mit offenem Interesse. Denn nur wer zuhört, kann verstehen, was die Menschen gerade bewegt.

In vielen Jahren des Sammelns von Unterschriften haben wir festgestellt: die wertvollsten Momente waren die Gespräche, die uns wirklich mit Menschen verbunden haben. Jetzt gehen wir wieder auf die Straße – mit Zeit und Neugier auf das Gegenüber, auch in ungewohnten Bezirken Berlins. Und mit der Leitfrage “Was macht eine lebenswerte Stadt in Zeiten der Klimakrise aus?

Mittlerweile haben wir genug Gespräche geführt, um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen:

Wenig überraschend ist für die überwiegende Mehrheit der Menschen die Wohnungsnot aktuell das dominierende Thema. Eigenbedarfskündigungen, Mieterhöhungen und große Schwierigkeiten beim Finden einer bedarfsgerechten Wohnung sind für viele sehr präsent.

Nichtsdestotrotz bleibt die Klimakrise für die meisten ein drängendes Thema. Zunehmend stellen sie fest, dass die Klimakrise ihr ganz persönliches Umfeld betrifft, z.B. durch Hitzestress oder Trockenheit. Die Stichworte Verkehrswende & Mobilität, Klimaanpassung & Hitzebewältigung, Grünflächen & Stadtgrün haben wir sehr oft gehört. Und, nebenbei gesagt, Müll und die Sauberkeit des öffentlichen Raums bewegt die Menschen ebenfalls …

Gleichzeitig haben viele Menschen wenig Vertrauen in die Handlungsfähigkeit und, schlimmer noch, den Handlungswillen von Senat und Verwaltung. Als Gründe werden z.B. nicht eingehaltene Zusagen und intransparente Entscheidungen genannt. Und immer wieder, dass der Senat versucht, von der Stadtgesellschaft getroffene Entscheidungen rückabzuwickeln oder zu ignorieren, etwa zur Zukunft des Tempelhofer Felds, beim Mobilitätsgesetz oder zur Enteignung großer Wohnungskonzerne. Beteiligungsverfahren werden als Inszenierung wahrgenommen, wie jüngst wiederum zur Zukunft des Tempelhofer Felds. All das führt zu Vertrauensverlust und Resignation.

Was schließen wir daraus?

Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz sind Teil einer ganzheitlichen Stadtentwicklung. Sie müssen zusammen gedacht werden. Bezahlbares Wohnen, faire Mobilität und eine grüne, klimaangepasste Stadt sind entscheidende Faktoren für eine lebenswerte Stadt. Für unser Berlin.

Dabei unverzichtbar ist demokratische Teilhabe im Sinn echter Mitbestimmung, Transparenz und Verantwortung (was meinen wir damit genau? Für wen? in welcher Form?)

Übrigens: in den nächsten Monaten sind wir weiter in Berlin unterwegs und fragen “Sag doch mal, Berlin! Was macht für dich eine lebenswerte Stadt in Zeiten der Klimakrise aus?”.

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