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Tschüss Gewohnheit, hallo Zukunft!

Die Welt muss klimaneutral werden. Und Berlin wird zu den Vorreitern gehören – wenn wir alle das wollen! Sagen wir es unseren Politiker:innen und fangen bei uns selbst an … es gibt viel zu tun und zu lassen. Folge 1: Heiz-Irrtümer

Lüften, lüften, lüften – selbst Frostbeulen und Menschen, die an lärmenden Straßen wohnen, sind derzeit offen für Luftaustausch. Klassenräume werden auf frische 10 Grad herunter ventiliert, in Arztpraxen wehen die Vorhänge wie bei Tatort, Geschäfte halten‘s wie im Hochsommer.

Wie schön also, dass wir uns in diesen harten Zeiten Luft machen!

Das Problem: Es muss gekonnt sein … denn nicht nur das Portemonnaie (Heizen = 70 % der Nebenkosten), sondern vor allem das Klima leidet, wenn falsch gelüftet wird.

Bereits in den 90ern schimpfte mein Mann erfolglos mit seiner Mutter. Damals qualmte frau selbstverständlich die eigenen vier Wände voll. Als Raucherin UND Frischluftfanatikerin war Schwiegermutter ein besonders schwerer Fall: Sommers wie winters schwor sie auf ihre windige Strategie-der-stets-offenen-Terrassentür und brachte ihren Energieberater-Sohn zur Verzweiflung.

Ich ließ mich ebenfalls nicht gängeln. Szenarien von ausgekühlten Wänden und hoher Heizlast ließen mich kalt. Das bisschen angekippte Fenster …

Und nun las ich etwas kleinlaut bei der Deutschen Umwelthilfe: Es ist wahr – Stoßlüften und sonst nix!!!

Welcher Hirni hat bloß die Kippfunktion erfunden …?! (Soviel zur Fortschrittsgläubigkeit.)

Und, liebe Schüler:innen: Tiefgefrorene Klassenräume helfen leider auch gar nicht, Coronaviren wegzublasen. Wenn es drinnen und draußen nämlich fast gleich kalt ist, entsteht keine Aerosol-Bewegung. Fragt mal eure Physik-Lehrer:innen …

Noch ein Wort zum Geld: Durch den frisch eingeführten nationalen Emissionshandel wird Heizen und Autofahren teurer. Jede verbrauchte Tonne CO2 kostet nun 25 Euro –  für den Klimaschutz! Viel zu billig, sagen die Scientists for Future. Sie fordern 180 Euro pro Tonne. Spätestens dann wird auch der Letzte nicht mehr dauerlüften …

Wir schaffen das!

Renate v. Eicken

  • Wohlfühltemperatur reicht aus
    Eine Einstellung auf Stufe 3 des Thermostats reicht meist für eine Wohlfühltemperatur von 20 bis 21 Grad völlig aus. Mit einer höheren Stufe wird es nicht schneller warm. Nachts oder bei Abwesenheit das Thermostat auf Stufe 2 herunter regeln. Unterhalb von Stufe 2 kann es passieren, dass die Wohnung auskühlt und viel Energie zum Hochheizen benötigt wird.
  • Thermostat misst die Raumtemperatur
    Eine falsche Bedienung des Thermostats kann zu unnötig hohem Energieverbrauch führen. Anders als man intuitiv meinen könnte, reguliert das Thermostat nicht etwa die Temperatur des Heizkörpers, sondern die des Raumes. Daher stehen bei mechanischen Thermostatreglern die Zahlen 1 bis 5 für eine bestimmte Temperatur, die erreicht werden soll. Sobald diese erreicht wird, geht die Heizung aus und heizt erst dann wieder, wenn die Temperatur im Raum gesunken ist.
  • Wie funktioniert ein Thermostat?
    Ein Heizkörperthermostat arbeitet mit einem Ventil, das unterschiedlich viel Heizwasser in den Heizkörper strömen lassen kann. Die Stufen auf dem Regler stehen für die Temperaturen, bei denen das Thermostat die Wärmezufuhr drosselt. Jede Stufe auf dem Thermostat bedeutet ca. vier Grad Temperaturunterschied. Auf Stufe 3 läuft die Heizung so lange (und zwar mit voller Kraft!), bis die Temperatur von ca. 20 Grad erreicht ist. Stellt man den Regler höher, läuft die Heizung, bis die höhere Temperatur erreicht ist. Das heißt, der Heizkörper wird bei Stufe 3 nicht weniger warm als bei 5, sondern heizt lediglich kürzer.

 

 

 

  • Regelmäßiges Stoßlüften
    Morgens, mittags und abends gegen überliegende Fenster weit öffnen (5 – 10 Minuten), nicht kippen (dauerhaft gekippte Fenster sorgen nicht für den notwendigen Luftaustausch, sondern es entweicht nur Wärme, was den Energieverbrauch erhöht). Thermostatventile während des Lüftens ganz herunterdrehen.
  • Schimmel vermeiden
    Schimmel entsteht nicht durch gut gedämmte Wohnungen oder isolierte Fenster, sondern vor allem durch unregelmäßiges oder falsches Lüften und dadurch angestiegener Luftfeuchtigkeit! Deshalb sollten die feuchtesten Räume der Wohnung, also Badezimmer und Küche, öfter gelüftet werden.
  • Heizung entlüften
    Wenn der Heizkörper nicht richtig warm wird oder gluckernde Geräusche macht, könnte es sein, dass sich Luft im Heizkörper angesammelt hat. In diesem Fall sollte die Heizung entlüftet werden, ansonsten könnten die Heizkosten um bis zu 15% steigen. Die Entlüftung ist weder teuer noch kompliziert. Es braucht lediglich fünf Minuten Zeit, einen Entlüftungsschlüssel (für wenig Geld in jedem Baumarkt erhältlich), sowie eine kleine Schüssel und einen Lappen.
  • Ein weiterer Energiespartipp
    Undichte Fenster oder Türen können in Eigenregie mit Dichtstreifen isoliert werden

Weitere Infos bei der Deutschen Umwelthilfe.